Kalenderblatt vom 22. März 2019

Losung

Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Herrlichkeit ihren Kindern.

Psalm 90,16

Lehrtext

Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?

Matthäus 6,26

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 17. März 2019 bis Samstag, 23. März 2019

Wochenspruch

Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. (Röm 5, 8)

Feiertag

Reminiscere

Erklärung

Der Name des Sonntags Reminiscere leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: "Reminiscere miserationum tuarum, Domine, et misericordiarum tuarum quae e saeculo sunt." (Ps 25, 6)
Der Sonntag Reminiscere hat das Gleichnis von den bösen Weingärtnern zum Thema. Es geht dabei um das Verhältnis zwischen Gott und Mensch. Wohl wissend, was sie tun, bringen die Weingärtner den Sohn des Besitzers um, hoffend, dass sie dann den ganzen Besitz für sich einstreichen können. Ganz offensichtlich soll das Gleichnis darauf hindeuten, dass die Menschen, die eine Verantwortung von Gott übertragen bekommen haben (jeder), das ihnen Anvertraute lieber als ihr Eigentum ansehen wollen und dabei die Rechte Gottes zu mißachten (und damit auch seine Macht). Die Frage dieses Sonntags und dieser Woche ist daher die nach unserem Verhältnis zu Gott. Sie wird allerdings schwierig zu beantworten sein, denn wie mißt man ein solches Verhältnis? Sobald man zu messen beginnt, ist man ja nicht mehr Betroffener, sondern "Richter", und stellt sich damit jenseits dessen, was einen zutiefst persönlich angeht. Und das kann nicht gut gehen. Soll man andere den Maßstab anlegen lassen? Auch das ist nicht im Sinne des Evangeliums. Bleibt nur das "Innewerden", das "Auf-Sich-Besinnen", als Möglichkeit, über das eigene Verhältnis zu Gott nachzudenken und, falls nötig, Konsequenzen zu ziehen.

Thema

Gott und Mensch

Joh 3, 14-21

14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,

15 auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

18 Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er hat nicht geglaubt an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.

 19 Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.

20 Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.

21 Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.

Andacht der Woche

Die Andachten in der Passionszeit stammen aus dem Passionskalender des Predigerseminars Loccum: passion-e

Im Glühwürmchenschein

„Hier küssten sich zum ersten Mal der Werner und die Erika, am 14. Mai 1955 beim Glühwürmchenschein“.

Es ist ein warmer Frühlingstag. Ich setze mich auf eine Bank. Sie steht an einen Teich im Wald. Mittagspause. Endlich frische Luft schnappen. Schon oft habe ich hier gesessen. Aber die Tafel war mir noch nicht aufgefallen. Mit kleinen Schrauben ist sie an der Lehne der Bank befestigt. Hier küssten sich zum ersten Mal der Werner und die Erika. An den Seiten ist die Tafel leicht schwarz angelaufen, aber noch gut lesbar. Vermutlich hat sie jemand vor einer ganzen Weile dort befestigt.

Hier saßen Erika und Werner im Jahr 1955 also vor 64 Jahren. Ich stelle mir vor, wie das Schild angebracht wurde. Vielleicht war es eine Überraschung für die beiden. Vielleicht haben sie es zusammen dort platziert. Vielleicht wollten sie auf diese Weise ihre lebenslange Liebe feiern. So wie Paulus im ersten Korintherbrief schreibt: „Die Liebe ist langmütig“. An diesen Vers muss ich denken, als ich mir überlege, was Erika und Werner wohl erlebt haben. In meiner Fantasie werden sie ganz lebendig. Die beiden heiraten, bekommen Kinder. Feiern zusammen und fahren in den Urlaub. Da sind viele glückliche Momente voller Liebe. Doch mein romantisches Bild bröckelt ein wenig, als ich über die Realität nachdenke. Auf einmal streiten sich Erika und Werner. Der Haushalt bleibt liegen. Dinge werden nicht repariert. Die Kinder weinen. Da sind Momente, in denen die beiden trotz Zweisamkeit allein sind. Denn die Liebe ist nicht immer freundlich. 

Langsam stehe ich auf. Ich hoffe, dass es Erika und Werner gut geht. Ich weiß nicht, ob sie noch Leben. Doch ich glaube, dass Gott sie begleitet egal wo sie sind und dass sie ihre Liebe feiern.

„Hier küssten sich zum ersten Mal der Werner und die Erika, am 14. Mai 1955 beim Glühwürmchenschein“.

 

Elisabeth Hühne, Vikarin in der Ev. Kirchengemeinde der Peter und Paul Kirche Elze


(Andacht zum 06.03.2019 - wir möchten die Andachten nicht vorab veröffentlichen, daher erscheint hier immer die jeweils letzte Andacht) - die aktuellen Andachten finden Sie auf passion-e
 

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Violett - Bild von Erich Grün

Violett  - Mischfarbe von Himmel (blau) und Erde (rot) bestimmt die Bußzeiten als Zeiten aktiven Wartens auf eine neue Zeit und eine bessere Welt (Adventszeit, Passionszeit, Buß- und Bettag)

Bild: Sammlung Erich Grün                  

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

Moment Mal

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autor: Andreas Brauns

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Morgenandacht

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Wo bist du, Gott? Hast du uns verlassen? Diese verzweifelte Frage stellen wir uns in Notsituationen. Die Morgenandacht von Wolfgang Voges.

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Wochenlied

Das Kreuz ist aufgerichtet (EG 94) und Du schöner Lebensbaum des Paradieses (EG 96)

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